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Ich hab mir echt nen Wolf gesucht.
Sämtliche Adress- und Datenleitungen sowie der ganze Steuerkram sah eigentlich gut aus. Keine auf einem Pegel festgetackerte oder floatende Signale. Weder auf dem CPU- noch auf dem Grafikboard.
Irgendwann habe ich dann mal auf die Pegel des Verbindungskabels der beiden Boards geschaut:
Auf den Pins 7, 8, und 9 vom LS245 auf G1 vom CPU-Board bzw. 11, 12, und 13 vom LS245 auf H1
auf dem Grafikboard war ein DC-Offset von ~1V.
Wie solls auch anders sein, erst den LS245 auf dem CPU-Board raus geschmissen. Der war natürlich i.O.
Mit dem LS245 auf dem Grafikboard sah das schon ganz anders aus:
Es war einmal...
... ein original Midway Galaga PCB, dass sich auf meinen Seziertisch verirrt hat.
Fehlerbild beim Einschalten: Weißes Bild mit ein paar zuckenden bunten Artefakten.
Reset am Haupt-Z80 gemessen: Watchdog am bellen.
Also erst mal angefangen die EPROMs auszulesen. Eins defekt, eins hatte Alzheimer. Auch nach Tausch keine Änderung.
Das waren die einfachen.
Dann gab es noch die, bei denen bis zu 6 Pins abgebrochen waren. Leider keine Seltenheit.
Nach Reanimation sah das dann so aus:
Dummerweise fehlt der Soundamp, sonst hätte ich schon eher festgestellt, dass das Spiel inzwischen blind läuft.
Naja, dumm gelaufen. Aber nen ordentliches Bild gab's immer noch nicht.
Weiter geht's mit PROMs prüfen. Schade (oder Gott sei Dank), alle ok.
Ich habe dann ein EPROM gefunden, aus dem nichts raus kam. Die Eingangssignale sahen aber eigentlich alle gut aus. EPROM war auch ok.
Nach einer halben Ewigkeit habe ich dann endlich den Fehler gefunden:
Einen kleinen Fehler gibt's leider noch:
Wenn sich die Gegner oben sortiert haben, zittern sie ein paar Sekunden rum, und wenn man einen der großen Gegner abschießt, werden die Trefferpunkte verpixelt angezeigt. Scheint eins der kleinen TTLs eins an der Muschel zu haben. Die Customs sind alle ok getestet.
Wie schon oben geschrieben, gab das Board auch noch keinen Ton von sich.
Kein Wunder. Die Endstufe MB3730A und das Sound-PROM fehlten.
Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen habe ich in meinem Fundus einen kompletten Satz Galaga-BPROMs gefunden.
Ich habe keinen blassen Schimmer, wo die her kommen. Ich habe definitiv kein Board geschlachtet.
Wer also ein Galaga-BPROM braucht. Außer dem Sound-PROM hab ich alle da...
...und wenn das Board nicht wieder gestorben ist, lebt es noch heute...
Dafür gibt es ein paar (hoffentlich) hübsche Bilder von meiner momentanen Lieblings-Arcade-Maschine Pole Position 2 , die ich heute nach intensiver Reinigung und kleineren Schönheitsrepararturen wieder zusammengebaut habe. Was noch fehlt ist ein neues Schloß für das Servicefach, welches ich heute im Baumarkt besorgt habe.
Als nächstes muß ich mir ein paar 1 DM und 5 DM Münzen besorgen, denn auch der Münzprüfer soll ja funktionieren. Bekommt man bestimmt für Euros bei eBay )
Fangen wir mit der Steuerung an:
Beim Starten eines Spiels macht der Frosch sofort ohne Einwirkung des Spielers einen Schritt nach vorne und der Frosch ist platt.
Weitere Schritte nach vorne sind nicht möglich.
Am 8255 ist am entsprechenden Pin keinerlei Aktivität feststellbar.
Irgendwas Organisches ist zwischen die Widerstände und Kerkos gelaufen.
War sehr schlecht zu erkennen, da die Bauteile an der Stelle dicht an dicht stehen.
Da ist nicht mehr viel Kupfer übrig geblieben.
Dünnen Draht durch die Löcher ziehen (olle Friemelei auf engstem Raum), Bauteile wieder rein, und von beiden Seiten verlöten.
Nein, da ist kein ganzes Pfund Zinn drauf, nur stark reingezoomt.
Steuerung geht wieder.
Nun zu den Grafikfehlern:
Da ist dann wohl die Pfostensteckerverbindung komplett fertig mit der Welt.
Und zwar nicht nur das Kabel, die Wannen und Stecker auch.
Auch mit einem anderem Kabel, das an meiner Frogger einwandfrei funktioniert, Grafikaussetzer.
Da ist dann wohl ein Rundumschlag erforderlich.
Oder auch nicht.
Hier die Auflösung:
Ein Kontaktproblem am Adapter führte zu Einbrüchen der 5V-Versorgung.
Beim Wackeln am Ribbon hat's dann zu Aussetzern geführt.
In meinem jugendlichen Leichtsinn und nach einem scheuen Blick ins Manual dachte ich mir: "Kann ja nicht viel sein, vermutlich einer der Grün-Transistoren in der Ausgangsstufe hops gegangen".
Dummerweise hat das Bild aber Weißanteile. Daher war das schon mal ein Holzweg.
Also rückwärts durchs Schaltbild gearbeitet und dabei auf 4 RAMs gestoßen, wo bei dreien sowas raus kam:
Ich hab mal in den Settings rumgespielt. Komisch, alle Statistiken auf 0.
Settings geändert, gespeichert, ausgeschaltet, eingeschaltet, alles wieder weg.
Gauntlet benutzt ein paar exotische Spannungen, die ich durch rauswerfen von Spannungsreglern und ersetzen durch Brücken zurechtgepfuscht habe.
Da ist aber alles ok.
Das Atari-Schaltbild passt natürlich auch, aber man ist elendig am Suchen, weil die ganzen Chip-Positionen nicht passen.
Wenn man sich dann durch das Schaltbild gegraben hat, kommt man relativ schnell darauf, dass der markierte Chip mausetot ist:
Bevor wir Sprengstoff - sprich Strom - anlegen, kann man schon vorab Einiges machen.
Z.B. alles prüfen, was gesockelt ist:
- CPU's --> ok
- ROMs --> ok? ja/nein/vielleicht. Keine Ahnung. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen ließ sich kein einziges ROM sauber testen.
- RAMs --> und da ging es los:
Ein Friedhof der Kuscheltiere - ehm - Krabbelkäfer:
Die 4027 sind offenbar das neue Gold.
In Europa unter 10€/Stück nicht zu kriegen. Die sind doch alle nicht ganz frisch.
Der Eigentümer des Blocks war dann so nett und hat die RAMs besorgt:
Den 82S09 gab's für einen halbwegs brauchbaren Kurs in nem deutschen Flipper-Shop.
Die 4027 mussten aus Übersee rangeschafft werden.
Nachdem denn die Ersatzteile endlich da waren und das Nötigste verkabelt war, 20x alles kontrolliert wurde, ging es ans Einschalten.
Nix passiert. Nur ein statisches Bild mit schwarzen und weißen Streifen.
Mal schnell Reset vom Hauptprozessor gemessen: Aha! Stuck low.
Reset-Schaltung im Schaltbild gesucht.
Was für nen Sche... Wer denkt sich sowas aus? Komplizierter gehts nicht?
Aus dem Netzteil wird ne extra Wechselspannung zum Erzeugen des Reset bereitgestellt.
Wo soll ich die denn wegnehmen???
Muss auch ohne gehen.
Wir bauen einen Schalter parallel zu C46 ein, und ab geht die Luzi.
Man erkennt zwar nicht allzu viel, aber man sieht, dass zumindest Code ausgeführt wird.
Ein Bisschen wälzen im Manual ergibt, dass das Ding ein "built-in self-test system" hat.
Dafür gibt es sogar ein eigenes EPROM. U25
Aktiviert wird das self-test system durch drücken des roten Schalters auf dem CPU-Board.
Dummerweise gibt es auf dem CPU-Board keinen Schalter.
Nach einigem Suchen hab ich dann die leere Stelle gefunden.
Flugs noch nen Schalter eingebaut:
Offenbar ist was als kaputt erkannt worden. Bloß was?
Wer kann's übersetzen?
Mit etwas Phantasie erkennt man "Error Video Memory".
Die unterste Zeile wäre interessant...
Chip U65 vielleicht?
Hmm, wenn der Videospeicher funktionieren würde, könnt man es bestimmt lesen.
Nen Chip U65 gibt es leider nicht.
Die Video-RAMs heißen U16-U31.
Ich habe das ungute Gefühl, dass das (mindestens) ein kaputter Sockel ist.
Von toll sind die Sockel meilenweit entfernt.
Wenn man dann die RAM-Chips ein bisschen anders mischt:
Der RAM-Test läuft jetzt immer einwandfrei durch.
Danach kommt ein Coincounter-Test. Den habe ich nicht verstanden.
Wenn einer weiß, was man damit machen soll, oder wie man daran vorbei kommt, bitte melden.
Dummerweise kommt danach erst der ROM-Test. Den würde ich ja gerne sehen...
Sound konnte ich der Büchse bis jetzt nicht entlocken. Mal die Boards umstecken...